PM: Jugendarbeitslosigkeit in Europa – Verpasste Chance bei der beruflichen Bildung: Die Europäische Kommission weiß nicht, was sie will
Im Vorfeld ihrer Teilnahme an der Tagung „LEONARDO DA VINCI Mobilität. Lernen in Europa“ am 14. Februar 2012 auf der Bildungsmesse „didacta 2012“ in Hannover erklärt Helga Trüpel, Vizepräsidentin des Kultur- und Bildungsausschusses im Europäischen Parlament:
„Es wird höchste Zeit, dass endlich auch die Europäische Kommission auf die dramatische Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union reagiert. Zwar ist zu begrüßen, dass Kommissionspräsident José Manuel Barroso auf dem jüngsten EU-Gipfel unter anderem einen Aktionsplan für die 8 Mitgliedsstaaten mit der höchsten Jugendarbeitslosigkeit gefordert hat. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass Förderstrukturen im Bereich der beruflichen Bildung, der Mobilität von Berufsschülern und Auszubildenden in Europa zugunsten des tertiären Bereichs an Gewicht verlieren.
Denn in den neuen Programmvorschlägen für den Mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 von Bildungs-Kommissarin Vassiliou wird unter dem neuen Dachprogramm „Erasmus für alle“ ein etablierter Markennamen im Bereich der beruflichen Bildung wie LEONARDO DA VINCI bis zur unkenntlich mit anderen mit anderen Lern- und Bildungsbereichen vermengt. Zwar soll es einen Anstieg des Gesamtbudget geben, doch in der beruflichen Bildung ist ein anteiliger Rückgang und für 2014 gar eine Kürzung der Förderung absehbar. Eine Verschiebung der Finanzierung zugunsten der Hochschulen wird vorgenommen. So droht ERASMUS dominant zu werden und soziale Aspekte verschwinden hinter der Studentenförderung. Gerade die berufliche Bildung leistet jedoch einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und benötigt ein deutliches Mehr an Investitionen. Dafür braucht es aber klare Programme, klare Strukturen, Programme und Angebote. “
Helga Trüpel auf der „didacta 2012 – Die Bildungsmesse“
http://www.helgatruepel.de/va-leonardo-da-vinci-mobilitat/
