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Der Fall Bild, Focus und Verheugen

http://www.taz.de/pt/2006/12/09.1/s1pdf.php Wird Verheugen bald noch Industriekommissar der Europäischen Union sein? Werden angebliche Nacktfotos von Verheugen und Frau Erler, seiner Kabinettschefin, im Focus veröffentlicht? Hat Verheugen einen politischen Fehler gemacht, weswegen er zurücktreten müßte? Soll Verheugen die europäische Westentaschenformat-Skandalnummer von Clinton und Monica Lewinsky werden?
Nach dem skandalösen Verhalten von Bild und Focus kann man alle diese Fragen stellen. Bild und Focus treten eine Kampagne los gegen Verheugen, weil er vielleicht eine Beziehung zu seiner Kabinettschefin hat. Bisher ist nicht bewiesen, dass ihre Beförderung unrecht war. Lieben kann er, wen er will. Er muss vielleicht alles in seinem privaten Umfeld verhandeln aber nicht in der europäischen Öffentlichkeit.
Mir ist egal, wen er liebt oder nicht mehr liebt. Ich messe ihn an seiner Politik, an “REACH”, “Feinstaubrichtlinie” und ökologischer Umsteuerung in der Chemieindustrie (zu Recht ist Verheugen jetzt für den Worst-Lobby Award nominiert worden – s. WELT), nicht aber an seinen Geliebten oder Nicht-Geliebten. Zum europäischen Werte-Kanon gehört, dass es eine Trennung von öffentlichem und privatem Leben gibt. Für die Politik und die Medien sollte nur interessant sein, was er öffentlich tut und was nicht. Sein Rundumschalg in der Süddeutschen Zeitung gegen seine
Beamten war politisch sicher nicht klug, aber mit angeblichen oder wirklichenGeliebten zu kontern, ist sehr vordergründig, dumm und gegen den europäischen Geist.
Die ganze Geschichte ist mehr ein Fall Bild Zeitung und ein Fall Schmuddel-Focus und sollte auch so behandelt werden.

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