Interkulturelle Begegnungen beim Iftar Essen – Literaturnobelpreis für Orhan Pamuk
Gestern Abend hatten Cem Özdemir (grüner MdEP), Jorgos Chatzimakakis (liberaler MdEP) und die Intercultural Dialogue Platform zum Iftar Essen in Brüssel eingeladen, um gemeinsam das Fastenbrechen im Ramadan (nach Sonnenuntergang) zu begehen. Es war ein sehr netter und interessanter Abend, mit MdEPs aus verschiedenen Ländern, viele mit Migrationshintergrund, einem Franziskanermönch aus Kroatien und Abgeordneten des türkischen Nationalparlaments.
In den Reden wurde sehr darum geworben, die Realität der Verschiedenheit anzuerkennen und zu realisieren, auch wenn die Nationalitäten, die Religionen, die Kulturen noch so unterschiedlich sind, wie groß der Wunsch ist, in einer demokratischen Gesellschaft als Gleiche anerkannt zu werden.
Mein türkischer Tischnachbar sagte: “I do feel european and democratic and I am a Muslim”. Ich finde, diese Bemerkung bringt den Wunsch der Türken, die wollen, dass die Türkei sich reformiert und Mitglied der EU wird , auf den Punkt. Um so mehr freue ich mich über die heutige Bekanntgabe, dass Orhan Pamuk den Nobelpreis für Literatur bekommt. Das ist ein ermutigendes Zeichen für die Unterstützung der Meinungsfreiheit in der Türkei und die weitere Annäherung zwischen Europa und der Türkei – und umgekehrt.
Oneseat.eu Unterschriften überreicht an finnische Ratspräsidentschaft
In unserer Kampagne für einen Sitz des Europäischen Parlaments ist eine neue Runde eingeleitet. Schon letzte Woche haben wir die 1 Million Unterschriften der OneSeat.eu Kampagne an die Kommission überreicht. Heute haben meine Kollegen und ich die Unterschriften symbolisch an die finnische Ministerin Paula Lehtomäki weitergeleitet. Frau Lehtomäki (in blau) repräsentiert den Rat und letztlich liegt es an diesem, die französische Regierung zum Einlenken zu bringen.
Bis dahin werden wir den Druck aufrecht erhalten, weiter über www.oneseat.eu unterschriften sammeln und das Thema im Europäischen Parlament auf der Tagesordnung belassen.
Es wird Zeit, dass sich auch die deutsche Regierung endlich klar in der Frage positioniert und nicht aus falscher historischer Rücksicht auf Frankreich, eine Reform der Institutionen verschläft.
EU – Erweiterung um Bulgarien und Rumänien
Heute ist ein historisches Datum, an dem die Kommission beschlossen hat, die EU-25 zum 1. Januar 2007 noch mal um 2 Länder zu erweitern. In der Kommission, im Rat, im Europäischen Parlament, in den nationalen Politiken und in der Öffentlichkeit gab und gibt es eine breite Debatte, ob diese Länder beitrittsreif sind und ob die EU richtig handelt, wenn sie jetzt beschließt, Rumänien und Bulgarien in 3 Monaten aufzunehmen.
Umfragen zeigen, dass immer mehr Menschen in Europa skeptisch sind, ob Europa noch Aufnahmekapazitäten hat und ob wir es uns finanziell leisten können, Europa um “ärmere” Länder zu erweitern. Diese Debatte hat es in Europa vor allen Erweiterungsrunden gegeben, und bisher hat man positive Erfahrungen mit allen Erweiterungen gemacht. Die bisherigen Mitgliedsstaaten haben ökonomisch profitiert von der Erweiterung des Binnenmarktes und durch größere politische Stabilität in ihrer Nachbarschaft. Die Beitrittsländer haben sich weiter demokratisiert und ökonomisch positiv entwickelt.
Euro Globe – Europa neu kommunizieren
Diese Woche haben der Schauspieler Norbert Kentrup und ich in Brüssel einigen Mitarbeitern der Kommission und des Rates ein Projekt vorgestellt, das darauf abzielt, die europäische Idee besser zu präsentieren, Menschen sinnlich anzusprechen und sie an der Zukunft des europäischen Projekts zu beteiligen. Ausgehend von Shakespeares Theater, dem wooden O, einem runden Raum, wo alle alle sehen und wo es keinen dunklen Zuschauerraum gibt, sondern eine Situation der lebendigen Teilhabe (1997 in London wieder errichtet und als mobiles Globe im Moment in Düsseldorf ), wollen wir ein neues europäisches Globe, das Euro Globe, ins Leben rufen, das jedes halbe Jahr mit der wechselnden Präsidentschaft in den verschiedenen Mitgliedsstaaten aufgebaut wird. Shakespeare soll dort in Englisch gespielt werden, aber auch in der jeweiligen Landessprache, es soll eine Dramatikerwerkstatt ins Leben gerufen werden, um zeitgenössische Stücke zur Zukunft Europas uraufzuführen. Es kann das Europäische Jugendparlament tagen, es können Bildungsveranstaltungen und politische Debatten stattfinden. Bei allen Aktivitäten soll eine enge Verknüpfung mit den Akteuren vor Ort aus Kunst, Kultur, Bildung und Politik stattfinden.