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Der Fall Bild, Focus und Verheugen

http://www.taz.de/pt/2006/12/09.1/s1pdf.php Wird Verheugen bald noch Industriekommissar der Europäischen Union sein? Werden angebliche Nacktfotos von Verheugen und Frau Erler, seiner Kabinettschefin, im Focus veröffentlicht? Hat Verheugen einen politischen Fehler gemacht, weswegen er zurücktreten müßte? Soll Verheugen die europäische Westentaschenformat-Skandalnummer von Clinton und Monica Lewinsky werden?
Nach dem skandalösen Verhalten von Bild und Focus kann man alle diese Fragen stellen. Bild und Focus treten eine Kampagne los gegen Verheugen, weil er vielleicht eine Beziehung zu seiner Kabinettschefin hat. Bisher ist nicht bewiesen, dass ihre Beförderung unrecht war. Lieben kann er, wen er will. Er muss vielleicht alles in seinem privaten Umfeld verhandeln aber nicht in der europäischen Öffentlichkeit.
Mir ist egal, wen er liebt oder nicht mehr liebt. Ich messe ihn an seiner Politik, an “REACH”, “Feinstaubrichtlinie” und ökologischer Umsteuerung in der Chemieindustrie (zu Recht ist Verheugen jetzt für den Worst-Lobby Award nominiert worden – s. WELT), nicht aber an seinen Geliebten oder Nicht-Geliebten. Zum europäischen Werte-Kanon gehört, dass es eine Trennung von öffentlichem und privatem Leben gibt. Für die Politik und die Medien sollte nur interessant sein, was er öffentlich tut und was nicht. Sein Rundumschalg in der Süddeutschen Zeitung gegen seine
Beamten war politisch sicher nicht klug, aber mit angeblichen oder wirklichenGeliebten zu kontern, ist sehr vordergründig, dumm und gegen den europäischen Geist.
Die ganze Geschichte ist mehr ein Fall Bild Zeitung und ein Fall Schmuddel-Focus und sollte auch so behandelt werden.

Abgelegt am: 12. Dezember 2006

China: Land im Umbruch – die Willkür regiert

Abgelegt am: 28. November 2006

Ein guter Tag für die Frauen – Ségolène Royales Vorwahlsieg

Gazelle statt Elefanten
Segolene Royale Das hat mich wirklich sehr gefreut, daß Segolene Royal die parteiinternen Wahlen der Sozialisten für die Präsidentschaftskandidatur mit 60% gewonnen hat. Den schwierig linken Laurent Fabius hat sie ebenso deklassiert wie das politische Schwergewicht Dominique Strauss-Kahn. Segolene Royal beschäftigt als Phänomen “Schöne Frau mit eigenwilligem Politikstil” seit Jahren und Monaten die Gazetten und Umfragen in Frankreich.
Das Phänomen Royal ist nun auch seit vielen Wochen in den deutschen Medien. Es ist sehr typisch, wie beharrlich darüber spekuliert wird, ob so eine attraktive Frau wohl lesen und schreiben kann, und ob sie die nötige Härte für das harte Politikgeschäft habe und die nötige Intelligenz und politische Schläue, die eine Präsidentin braucht. Es ist schon sehr bezeichnend, dass die männlichen Politiker diese Art von öffentlichem Intelligenztest nie machen müssen, obwohl das manchmal doch sehr angebracht wäre, könnte sich z.B. bei Barroso oder Verheugen anbieten. Das öffentliche Zweifeln an der politischen Eignung einer Frau ist immer noch ein großes Thema für alle Machos und Chauvis dieser Welt.
Ich wünsche mir sehr, dass Royal all diesen Kommentatoren ihren Stil königlich beweisen wird als einen erfolgreichen Weg. Es ist offensichtlich, dass die Franzosen hungrig sind nach Veränderung. Wie auch immer das Ergebnis gegen Sarkozy ausfallen wird, wir Frauen können von dieser Präsidentschaftskandidatin nur profitieren und die Chauvis können schon mal anfangen, öffentliche Intelligenztests für Sarkozy abzuhalten.

Abgelegt am: 20. November 2006

Jack Straw hat Recht

Foto: Marcello Casal Jr/ABr. In Großbritannien tobt eine heftige Debatte über Kopftuch und Niquab, nachdem Jack Straw- nicht gegen das Kopftuch- aber gegen den Niquab Position bezogen hat.
Der Niquab, anders als das Kopftuch (in Großbritannien gibt es kein Kopftuchverbot an Schulen wie z.B. in Fankreich), ist ein schwarzer Umhang, der den ganzen Körper und den ganzen Kopf verhüllt und nur einen Sehschlitz freilässt.
Straw argumentiert, dass man mit Frauen, die diesen Niquab tragen, nicht kommunizieren kann, weil man ihnen nicht ins Gesicht blicken kann. Ich finde, er hat Recht. Der Niquab verhindert eine offene Kommunikation und eine offene Debatte, er passt nicht in eine demokratische Gesellschaft in der Öffentlichkeit. Frauen mit Niquab sollen nicht in öffentlichen Jobs arbeiten, sie sollen keine Lehrerinnen, Anwältinnen, Sozialarbeiterinnen. Ärztinnen oder ähnliches sein.
Das ist mit dem Kopftuch anders, das kann durchaus “nur” Ausdruck religiöser Überzeugung sein, es muß kein islamistisches Symbol sein, und diese Frauen wollen ja oft durchaus im öffentlichen Raum agieren und Karriere machen.
Also: Kopftuch auch im öffentlichen Bereich, solange es keine islamistische Propaganda durch die Trägerinnen gibt, aber Niquab nein, weil er nicht zu diskursiven, offenen Gesellschaften passt.

Abgelegt am: 3. November 2006

Putin – ein waschechter Macho

Quelle: http://president.kremlin.ru/eng/articles/bigphoto.shtml Gestern bei der “Zeit”-Lektüre auf der langen Bahnfahrt von Straßburg nach Bremen fand ich unter der Rubrik “Worte der Woche” folgende zwei Zitate. Beide sind ungeheuerlich, wenn sie denn tatsächlich so gesagt wurden, wofür leider einiges spricht.
Das erste ist von Putin über Israels (noch) Staatspräsident Mosche Katzav: ” Was für ein starker Kerl! Zehn Frauen hat er vergewaltigt. Das hätte ich ihm nicht zugetraut. Wir beneiden ihn alle.” Dieser Satz ist so unverschämt, so Frauen verachtend, so die Gewalt von Männern und ihre Anmaßung Frauen gegenüber und die Verletzung und Zerstörung von Frauen bejubelnd, dass mir echt schlecht wurde. Was ist Putin bloß für ein widerwärtiger Herrscher und sich selbst und andere brutale Männer feiernder Unsympath.

Abgelegt am: 27. Oktober 2006
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