Mister Big Boss Schröder auf Chinakuschelkurs
Immer, wenn ich über Gerhard Schröder in den Medien stolpere, wird mir ganz anders. Entweder spielt er Fanclub um Putin herum oder umgarnt die chinesischen Machthaber und setzt sich heldenhaft für ihre Gefühlswelt ein. Beschämend genug ist, dass unter der rot-grünen Regierungskoalition eine China-Politik der Anbiederung betrieben wurde. Der damalige Bundeskanzler vermied jegliche Kritik an der Menschenrechtslage in China und sprach sich stattdessen für die Aufhebung des EU-Waffenembargos gegen China aus! Frau Merkel hat das Richtige getan, als sie den Dalai Lama im Kanzleramt empfing. Die Ära Schröder verbreitet immer noch den Dunst von Skrupellosigkeit und Größenwahn, ohne Rücksicht auf Verluste; mit seinem unsäglichen Opportunismus fällt er nicht nur der Bundeskanzlerin in den Rücken, sondern schadet auch den europäischen und internationalen Bemühungen, um eine Verbesserung der Menschenrechtslage in China.
Parlament beschneidet sich selbst
Gestern Abend bei der Austellungseröffnung Kunst gegen Beschneidung war ich ziemlich empört. Quaestor Fazakas hatte vor zwei Wochen verlangt, dass ein Bild der Austellung nicht zugelassen wurde, weil es ihm zu viel weiblichen Körper zeige. Und überhaupt war ihm die Ausstellung zu blutig. Wie will dieser Mann eigentlich gegen die massive Verletzung von Menschenrechten vorgehen, wenn er dieser bösen Wahrheit, dieser bösen Verletzung von Frauen nicht ins Auge sehen will? Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar und erst recht den Europaabgeordeneten. Das EP ist ein Ort der Offenheit und muss es sein. Hier gehören solche Selbstbeschneidungen, wie von Fazakas befohlen, nicht hin.
Außerdem ist das Bild nicht pornografischer oder sonst anstößiger Art sondern eines, das den Stolz auf den weiblichen Körper zum Ausdruck bringt. Es wurde von einer Jury kenianischer Frauen ausgezeichnet. Umso kritischer sahen gestern Abend Afrikanerinnen das EP, wo ein solches Kunstwerk nicht gezeigt werden darf.
Rechts das von Fazakas zensierte Bild.
Schröder for President
Nach den aktuellen Ankündigungen von Putin als Ministerpräsident zu kandidieren, lässt sich für die deutsche Politik nur eine Schlussfolgerung ziehen: Gerhard Schröder for Bundespräsident.
Mit der notwendigen Aufwertung des Bundespräsidenten (durch Direktwahl?) könnte Gerhard Schröder dann endlich mit seiner ruhigen Hand über der Konsenskanzlerin Merkel “herrschen”. Für Schröder gilt ja schon länger, “von Putin lernen, heißt siegen lernen”.
Unsere Mitte ist die Freiheit! – Eine Replik auf Kardinal Meisner
Kardinal Meisner verzichtet in seinem Beitrag in der FAZ („Wenn Gott nicht mehr in der Mitte steht“, erschienen am 19. September) auf den Begriff der entarteten Kunst. Er argumentiert, er brauche ihn nicht, um seine Aussage zu seinem christlichen Kunst und Kulturverständnis zu verdeutlichen. Er hat recht damit. Leider!
Der Begriff der entarteten Kunst, der schon fehlgeleitet war und zurecht viele kritische Stimmen hervorgerufen hat, ist in der Tat nicht der Kern der Argumentation Meisners. Der Kern ist – und hier liegt der größere Hase im Pfeffer – sein Verständnis von Kunst, die für ihn nur dann Kunst ist, wenn sie letztlich zentriert ist auf Gott und das Christentum. Diese Weltanschauung ist mehr als begrenzt und eingeengt. Höflich ausgedrückt: Sie ist vormodern. Und in einem ganz schlechten Sinne eurozentristisch.
Seine These lautet, dass Kunst pervertiert, die nicht auf Gott bezogen ist und dass das christliche Ritual leer wird und erstarrt, das nicht auf Kunst und Kultur bezogen ist. Auch hier hat er kein Verständnis davon, dass die Kunst der Moderne in der christlich geprägten Welt gerade davon lebt, dass sie sich mit dem christlichen Erbe konfrontiert, es kritisiert und sich erst durch diese Freiheit, gerade nicht nur Teil des Kultus zu sein und zu ihm beizutragen, die Autonomie der modernen Kunst erkämpft hat, die sie zu dieser Größe in der Moderne gemacht hat.
Kardinal Meisner hat nur ein Verständnis von Kunst, die aus dem christlichen Glauben kommt, die auf den christlichen Gott, auf den Mensch gewordenen Jesus Christus zielt. Meisner spricht immer von der ganzen Menschheit, als ob es nur die christliche Menschheit geben würde. Der Kardinal ist nicht nur bar jeden Verständnisses für Kunst, die nicht auf Gott zielt, sondern er hat auch keinerlei Verständnis und kein Verhältnis zu Kunst im Judentum, im Islam, in Stammesreligionen, deren Gotteshäuser auch in der Mitte unserer Städte zu finden sind.
Sein anti-aufklärerischer Impuls gipfelt in der Aussage, dass der Mensch nicht das setzende Zentrum vom Maß von Gut und Böse sein dürfe, weil das direkt in Menschenverachtung und Totalitarismus münden würde.
Die Herausforderung von Aufklärung und Moderne, Kants „wage, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, hat gerade mit dieser Gotteszentrierung gebrochen und den Menschen zum Maß der Urteilsfindung gemacht. Das impliziert eine hohe Verantwortung des Menschen, der er oft nicht gerecht wird. Auch die katholische Kirche ist dieser Verantwortung in ihrer Geschichte oft nicht gerecht geworden. Der Feind des Totalitarismus und seines menschenverachtenden Denkens ist nicht der christliche Gott, sondern die Freiheit. Diese zu verteidigen gegen alle Varianten anti-aufklärerischen Denkens ist das Gebot einer offenen Gesellschaft, die sich ihrer Werte versichert im öffentlichen politischen Diskurs und in ihrer Verfassung, die wertebasiert ist. Da fließt das christliche Erbe ein, bestimmt sie aber bei weitem nicht alleine.
Die moderne Kunst ist ein Kind der Freiheit. Das verleiht ihr ihre Kraft, ihren Glanz, ihre Konfliktfähigkeit und ihr Streitpotential. Moderne (abstrakte) Kunst beruft sich oft genug auf religiöse Dimensionen. Mark Rothko z.B. spricht davon. Aber er meint damit eine Spiritualität, die die Begrenzungen von Alltag, Gesellschaft und Politik transzendiert und damit zur Freiheit führt. Und keine, die sich christlichen Gott als ihre Mitte bezieht.
Das Medusenhaupt Chinas – Flashlights auf China nach zwei offiziellen Reisen
China ist ein faszinierendes Land. China ist ein Entwicklungsland. China ist eine Jahrtausend alte Hochkultur. China ist ein kommunistisches Land. China ist ein kapitalistisches Land unter Führung der KP. China ist der größte Emittent von CO2. China führt die Olympiade 2008 unter dem Motto “green olympics”. China hat viele Städte, die aussehen wie Manhattan. China hat enorme Wachstumsraten von 10 Prozent per anno. China erstickt an der Umweltverschmutzung. China ist in den Städten an der Südküste so modern, dass wir Europäer aus dem Staunen nicht herauskommen. China hat enorm steigende Krebsraten, insbesondere bei Kindern. China ist ein Land im Aufbruch. China ist wieder stolz auf sich. China hat das Trauma der Kulturrevolution. China ist so arm, dass noch 20 Millionen mit unter einem Dollar am Tag leben müssen. Die Mittelklasse Chinas lebt seit 10 Jahren mit mehr persönliche Freiheiten und Konsum. Das Internet bietet so viel mehr Informationen trotz aller Repressionspolitik. China hat riesige Arbeitslager, missachtet Menschenrechte, behandelt Falun Gong Leute nicht rechtsstaatlich. China hat Night Bars und Discos und Mode wie im Westen. China garantiert den Tibetern nicht wirklich kulturelle Autonomie. China lässt in Tibet die einfachen Leute ihrer buddhistischen Religion nachgehen. Die KP macht patriotische Erziehung in tibetischen Klöstern und verlangt von den Mönchen die Anerkennung der Ein-China-Politik. Die KP droht Taiwan mit Krieg, falls sie sich unabhängig erklären. Die KP geriert sich als friedliche Macht. Sie war in der Vergangenheit, siehe Vietnam, Tibet aber auch immer aggressiv. Alte KP Funktionäre mit Honeckerbrille zelebrieren ihren männlichen Autoritarismus. Junge Funktionäre der KP haben postmoderne Bauten und Feng Shui Innendesign. KP Leute verteidigen die Todesstrafe als noch unerlässlich in China. Die KP lässt hohe Parteifunktionäre hinrichten, die korrupt waren. In den politischen Gremien sind immer nur Alibi Frauen.