Bericht: Helga Trüpel in der Theodor-Heuss-Schule in Rotenburg (Kreiszeitung Syke)
Bildung und Ausbildung als europäische Stärken forcieren / EU empfiehlt acht Schlüsselkompetenzen
Wenig Rohstoffe, viel Intelligenz
Rotenburg – ROTENBURG (go) · In der Theodor-Heuss-Schule (THS) findet zurzeit eine einwöchige internationale Bildungsveranstaltung mit Delegationen aus zehn verschiedenen europäischen Ländern statt (RK/VN berichtete). Gestern referierte Dr. Helga Trüpel, Vizepräsidentin des Ausschusses für Kultur und Bildung im Europäischen Parlament, zum Thema „Die acht Schlüsselkompetenzen der europäischen Bildung und deren Bedeutung für ein lebenslanges Lernen“.
Detlef Eichinger (v.l.), Stefan Hetzer, Dr. Helga Trüpel und Lüder Bischoff in der Aula der KHS.
„Europa ist arm an Rohstoffen. Daher sind unsere Exportschlager unter anderem Intelligenz und gute Ideen. Bildung und Ausbildung müssen forciert werden, um die Stärken global zu behaupten“, erklärte Dr. Trüpel vor den versammelten Delegierten und Schülern in der Aula der THS. Da die Bildungskompetenz nicht in den Händen der Europäischen Union (EU), sondern jeweils national in unterschiedlichen Händen liegt, habe die EU Empfehlungen ausgearbeitet, die aufzeigen sollen, was man braucht, um in der Welt konkurrenzfähig zu bleiben. Daraus seien acht Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen entwickelt worden. Sie sind eine Kombination aus Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen, die an das jeweilige Umfeld angepasst sind. Diese Kompetenzen werden für die persönliche Entfaltung und Entwicklung, die soziale Eingliederung, den aktiven Bürgersinn und die Beschäftigung benötigt. Sie fördern kritisches Denken, Kreativität, Initiative, Problemlösung, Risikobewertung, Entscheidungsfindung und konstruktiven Umgang mit Gefühlen.
Alle 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union müssen sicherstellen, dass die Bildungssysteme allen jungen Menschen die Möglichkeit bieten, angemessene Schlüsselfähigkeiten zu entwickeln, die sie für das Erwachsenenleben rüsten und eine Grundlage für das weitere Leben bilden, hieß es.
Zu den acht Schlüsselkompetenzen gehört unter anderem die muttersprachliche Kompetenz, das heißt die Fähigkeit Konzepte, Gedanken, Gefühle, Tatsachen und Meinungen interpretieren zu können. Eine weitere Anforderung ist fremdsprachliche Kompetenz, die zusätzlich die Vermittlungssfähigkeit und das kulturelle Verständnis erfordert. Die mathematische und grundlegende naturwissenschaftlich-technische Kompetenz soll helfen die Fähigkeit, rechnerisches Denken zu entwickeln und anzuwenden, um Probleme in Alltagssituationen zu lösen. Wichtig ist nach Meinung der EU auch die Computerkompetenz. Sie umfasst die sichere und kritische Anwendung der Technologien der Informationsgesellschaft. Die Lernkompetenz ist die Fähigkeit, das eigene Lernen nach seinen individuellen Ansprüchen zu organisieren. Die soziale- und Bürgerkompetenz betrifft alle Verhaltensformen, um in effizienter Weise am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilzuhaben. Sie rüstet den Einzelnen für eine aktive und demokratische Beteiligung am staatsbürgerlichem Leben. Eigeninitiative und unternehmerische Kompetenz sollen Ideen in Taten umsetzen. Das Kulturbewusstsein und die kulturelle Ausdruckfähigkeit als achte Kompetenz beinhaltet die Anerkennung und Bedeutung des künstlerischen Ausdrucks von Ideen, Erfahrungen und Gefühlen durch verschiedene Medien wie Musik, darstellende Kunst, Literatur und visuelle Künste.
