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PM: Verleihung des „ECHO“ an antisemitische Künstler ist nicht hinnehmbar!

Deutschlands bekanntester Musikpreis, der „ECHO“, ist am vergangenen Wochenende in der Kategorie „HipHop/Urban national“ an die Rapper Kollegah und Farid Bang verliehen wurden. Der Preis wird seit 1992 von der Deutschen Phono-Akademie vergeben und orientiert sich bislang allein an den Verkaufszahlen der Künstler. Gegen beide Rapper wird seit einiger Zeit wegen verschiedener Textpassagen und Musikvideos der Vorwurf des Antisemitismus erhoben. Der Beirat des ECHO entschied nach einer vorangehenden Sichtung des Materials dennoch für die Vergabe des Preises.

Helga Trüpel, Vizepräsidentin des Kulturausschusses im Europaparlament, sieht darin eine absolute Fehlentscheidung:

„Antisemitismus ist derzeit in Europa auf dem Vormarsch – und mit dieser Auszeichnung wird überdeutlich, dass Deutschland keine Ausnahme von diesem Trend ist. Die Veranstalter des ECHO sorgen mit der Vergabe des Preises an solche Künstler dafür, dass antisemitisches Gedankengut auch hierzulande normalisiert wird. In einer pluralistischen Gesellschaft darf Antisemitismus aber keinen Platz haben! Kunstfreiheit ist zudem kein Recht zur Verbreitung judenfeindlicher Ideen. Die Veranstalter des Preises sollten die Vergabe zurücknehmen und das Vergabeverfahren grundlegend überarbeiten. Ansonsten ist der ECHO als Preis in meinen Augen irreparabel beschädigt.“